Corporate Design mit flexiblen Illustrations-Baukastensystemen

Illustrationen als Gestaltungselement der eigenen Corporate Identity werden immer beliebter. Sie sind ein starkes Mittel, um den visuellen Charakter zu stärken und effektiv die Identität einer Marke zu prägen.

Für ein umfangreiches, flexibles und anpassbares Corporate Design eignen sich illustrative Baukastensysteme besonders gut: Die Elemente sind austauschbar und miteinander kombinierbar, und Illustrationen können damit einfacher und schneller erstellt werden, da die Machart und die Motiv-Entwicklung klaren Regeln folgen, die in einem Styleguide festgelegt sind. Der rote Faden muss sowohl in allen gebrandeten Bereichen wie Logo, Farbpalette oder Fonts, als auch in den Illustrationen erkennbar sein. Es ist wichtig, dass jeder Nutzer, ob Mitarbeiter oder Kunde, die illustrierten Icons und Keyvisuals auf Anhieb versteht.

Die eigene Formensprache schafft einen starken Wiedererkennungswert für die Marke. Diese wird in den Illustrationen durch Gegenstände, Charaktere, Farben und Symbole repräsentiert, die der Betrachter eindeutig dem Unternehmen zuordnen kann.

Um ein Baukastensystem zu kreieren, muss zunächst klar sein, wer der Kunde ist – wie tritt er auf, wo will er hin, wen spricht er an? Dann werden das vorhandene Corporate Design und die Corporate Identity, insbesondere Farbwelten und Typografie hinzugezogen. Den Motiven werden bestimmte Stimmungen und Gefühle zugeordnet, da das Bildmaterial (wenn es keinen rein informativen Zweck erfüllt) vor allem emotional wirkt und Aufmerksamkeit generiert. Diese Vorarbeit ist für die Erstellung eines Baukastens besonders wichtig – das gesamte System muss gut überlegt sein, damit alle Schnittstellen zueinander passen. Jedes Element muss immer mit dem Blick auf das große Ganze konzipiert und illustriert werden.

Alle zukünftigen Grafikelemente können in einem Baukastensystem leicht integriert werden, indem man sie anhand des Styleguides in die bereits vorliegende Formensprache übersetzt. So ist sichergestellt, dass alle neu hinzukommenden Illustrationen zur Marke und dem neuen Branding passen, und man kann spontan auf neue Ereignisse reagieren.

TIMO MEYER // NFON

Für das Rebranding des Cloud-PBX-Providers NFON entwarf Timo Meyer ein Baukastensystem aus über 100 Icons und kleinen Illustrationen basierend auf den Elementen des NFON-Logos.

Das komplette Set sollte den Kunden repräsentieren und unterstützen – sowohl im Look als auch konkret durch die Berücksichtigung des neuen Logos, das in den Icons auftauchen sollte. Die Grafiken sollten in zwei Größen vorliegen, um einfache, aber auch komplexere Themen aufgreifen zu können.

Wie bei jedem Icon-System legte Timo die Motive in einem einheitlichen Stil und Detailgrad an. Alles basiert auf einem Raster, das sicherstellt, dass Mindestabstände und Linienstärken eingehalten werden – so wirken die Icons wie aus einem Guss. Hier kam noch die Herausforderung hinzu, in jedes Icon das Logo einzubauen. Um hier möglichst flexibel zu agieren, kreierte Timo aus den Einzelelementen des Logos, welches aus zwei Haken besteht, zwei neue Haken. Der eine erinnert an das Häkchen-Symbol, der andere ist mit seinen gleichseitigen Schenkeln gut geeignet für einen Pfeilkopf. Diese beiden Elemente lassen sich leicht in viele unterschiedliche Grafiken integrieren.

Das System muss zum Kunden und dem Produkt passen. Timo hat es so angelegt, dass es möglichst flexibel bleibt, ohne beliebig zu werden. Zunächst erarbeitete er zusammen mit dem Kunden eine Stilrichtung anhand von zwei oder drei Beispiel-Icons. Diese dienten dann als Basis und Orientierungspunkt für die weiteren Arbeiten. Geht es um ein so umfangreiches Set wie in diesem Beispiel, legt er zusätzlich ein Moodboard mit allen Arbeiten rund um das Projekt an, um zu jedem Zeitpunkt sicherstellen zu können, dass er dem geplanten Stil und Look treu bleibt und keine Grafik aus der Reihe fällt.

FRITZI STUKE // SUNEXPRESS

Im nächsten Beispiel zeigen wir ein Baukastensystem von Fritzi Stuke. Das Ziel war es, eine Bildsprache zu finden, die auf der vorhanden Corporate Identity des Kunden aufbaut, diese weiterentwickelt und sich schlussendlich von der Konkurrenz absetzt. Um diese Anforderungen zu erfüllen, kreierte Fritzi einen neuen Look, der die vorher verwendeten Fotografien mit Illustrationen ersetzt.

Der Stil sollte recht simpel sein und der Kunde gab verschiedene Keywords an, die mit dem Illustrationsstil assoziiert werden sollten, beispielsweise „human touch“, „innovative“ oder „easy to understand“. Der Wiedererkennungswert in allen Motiven ist das Schlüsselelement für jedes Baukastensystem. In Fritzis Fall liegt der größte Wiedererkennungswert in der Kombination von Farbwelt und Illustration: die Figuren mit den großen Augen und die fröhliche, leichte Bildsprache.

FABIA MATVEEV & MR. OLLO // SAMSUNG CHARACTER GENERATOR

Nachdem Fabia Matveev schon in den letzten Jahren über 40 Charakter-Illustrationen von verschiedenen Samsung-Mitarbeiter:innen erstellt hatte (von Mr. OLLO größtenteils animiert), wurden nun auf Basis der schon bestehenden Character 120 Köpfe, Oberkörper und Unterkörper für einen Online-Generator illustriert, mit dem sich Samsung-Mitarbeiter:innen aus 64.000 verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten ihren eigenen Avatar kreieren können.

Die Illustrationen sollten so angepasst werden, dass alle 40 Oberkörper mit allen 40 Köpfen und allen 40 Unterkörpern kombiniert werden können. Damit eine möglichst große Bandbreite und Auswahl an interessanten Kombinationen entsteht und jede:r Samsung-Mitarbeiter:in eine für ihn oder sie passende Kombination finden kann, wurden die einzelnen Körperteile zudem unterschiedlich gestaltet und mit verschiedenen Accessoires versehen. Die Farben können später vom Nutzer des Online-Generators individuell aus der Samsung-Farbpalette gewählt und kombiniert werden.

Der rote Faden, der dieses Baukastensystem in seiner Wirkung unterstützt, sind die stilistisch einheitlich illustrierten Charaktere, die zwar flächig und stark vereinfacht, aber immer mit dem ein oder anderen interessanten Detail versehen sind. Die einzelnen Körperteile passen an den Schnittstellen genau aufeinander und alle Kombinationen funktionieren so gut miteinander.

Auch hier sind die Vorteile eines Baukastensystems für das Corporate Design eindeutig zu sehen – in der Möglichkeit, flexibel auf verschiedenste Anforderungen in der Kommunikation zu reagieren und Diversität und Vielfalt zu zeigen.

Mr. OLLO hat alle Charaktere zu einer Animation zusammengefügt:

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